Abenteuer
Geisterjagd
Hutzel Longear hastete die schmale verfallene Treppe des Festungsturms hinab. Hinter sich, näher kommend, vernahm er dieses keuchende unheimliche Geräusch. Geräusche, wie die Atemzüge eines Sterbenden. Auf der Stirn des kleinen Kriegers floss eiskalter Schweiß zwischen seinen buschigen Augenbrauen, suchte sich seinen Weg über den breiten Nasenrücken.
Hinter ihm wurden die Atemzüge lauter und mischten sich mit stampfenden Schritten, gewaltig großen Schritten. Nicht mehr weit entfernt leuchtete der Eingang im Licht der beiden Monde. Stücke alten Gesteins brachen unter Hutzels Füßen aus den Stufen. Er wankte. Seine wild tastenden Hände fanden an der Wand keinen Halt. Im nächsten Augenblick purzelte er, weiterhin verfolgt, die restlichen Stufen hinab, rollte das letzte Stück zur Tür hinaus, geradewegs vor den erstaunten Rotan.

Atemzüge und stampfende Schritte rasten heran, wehten sturmgleich gegen die Türöffnung, wo sie an der unsichtbaren Grenze zerbarsten. Letzte Seufzer erklangen und ein leises Schnüffeln setzte dem Spuk ein Ende.

»Wie ich sehe, ist dein Plan erneut fehlgeschlagen«, meinte Rotan nicht ohne mürrischen Unterton.
»Hilf mir auf.« Hutzel streckte dem Dreggen eine Hand entgegen.
Rotan ergriff die Hand in seiner ruppigen Art und zog den kleinen Krieger mühelos auf die kurzen Beine.
»Danke.« Hutzel klopfte sich den Staub von Stiefeln und Hose. »Hätte ich auch nur geahnt, wie sehr dein Plan einer Schatzsuche in der Grenzregion in Strapazen ausartet, wäre ich geradewegs umgekehrt.«
»Echte Krieger scheuen Strapazen nicht!«
...
Geisterjagd



Download der Geschichte:
Geisterjagd
[Format: Acrobat 4 PDF, 490 kb]

Druckversion der Geschichte:
Geisterjagd
[Format: HTML, schwarz auf weiß]
 
Nach oben!