Es gibt keine Götter
Eine Geschichte aus der Welt des kleinen Kriegers (www.kleinerkrieger.de) von Michael Nolden.

 
Auf der Ebene

Ich war ein Knabe, als mein Vater mich das erste Mal mit auf die Pirsch nahm. Nicht lange zuvor hatte sich der Tag meiner Geburt zum achten Male gejährt. Wenngleich ich auch zu klein für mein Alter war und die Zungen der Alten redeten, ein Knabe ihres Clans müsse in diesem Alter bereits viel stärker sein, setzte mein Vater doch große Stücke in mich und überhäufte mich mit Liebe und Stolz.

Es war ein milder Tag. Die Schneeschmelze hatte eingesetzt und in der Ferne ragten die rauchenden Monsterbrüder in den Himmel empor, ehrfurchtgebietend, schroff und gewalttätig. Dereinst hatte mein Bruder Keolnse sie mit Göttern verglichen, wie sie da stark über den Dreggen thronten und selbst dem König trotzten. Daraufhin war mein Vater erbost aufgestanden. Nie vorher hatte ich ihn zorniger erlebt. Er herrschte meinen Bruder an, es seien Berge, Berge, deren Inneres glühe und flammendes Gestein speie, doch keine Götter! Keine Götter! Mein Bruder war doppelt so alt wie ich, ein inzwischen gestandener Jäger, wie man bei uns zu sagen pflegte, doch so erschrocken über den Tonfall unseres alten Herrn hatte ich ihn nie gesehen. Plötzlich wurde er wieder ganz klein, während seine Stimme kindlich antwortete: "Ja, Vater."
Rage beherrschte den Vater, und er verließ das Haus. Ich habe es niemandem gesagt, damals wie heute nicht, aber es war eines der wenigen Male, dass ich Tränen in den Augen unseres Vaters sah. Ich weiß, wie sehr mich diese Traurigkeit immer aufs neue bestürzte, deshalb schwieg ich, auch meinen Geschwistern gegenüber.

Die Ebenen und Wälder nannte mein Vater sein Heim. Fern der Enge der Städte, dem Gedränge der verschiedensten Lebewesen, den falschen Gerüchen und dem Geflecht aus Lügen und Wahn. Mein Vater führte mich über eine hochgewachsene Wiese, auf der die ersten Krabbler summten. "Riechst du das, mein Sohn?" Mit in die Hüften gestemmten Fäusten hob er seinen Kopf in den Wind. "Das ist der nahende Frühling." Seine Hände strichen über die Spitzen des Edorngrases. "Dies ist die Zeit, in der das Leben neu erwacht. O, ich werde dir Wunder zeigen, wie sie nur das Land kennt und die kein Handwerker oder Künstler so trefflich gestalten kann."
Ich drängte mich dicht an meinen Vater, genoss seine Nähe und Fürsorge und schwieg ob der Erhabenheit des Augenblicks.
In den vielen Jahren, die folgten, den Wirrungen wie den Vergnüglichkeiten, habe ich so manches erlebt und gesehen. Trotz alledem schien es mir nur selten danach einen solch glücklichen Moment zu geben. Vielleicht verklären wir auch die Vergangenheit, dennoch möchte ich glauben, dass zu jener Zeit das Glück für den Augenblick an unserer Seite stand.
"Wir sind Jäger, mein Sohn! Wir müssen dieses Land kennen und lieben, das uns so vieles gibt. Sieh dort, hoch oben! Ein Kalron auf der Jagd. Siehst du, wie er kreist, wie er den Kopf senkt und nach Beute späht. Warte, gleich wird er hinabstoßen! Da!"
Pfeilschnell schoss der lederfarbene Kalron dem Erdboden entgegen. Seine Klauen streckten sich vor, das Maul zum Siegesschrei aufgerissen, so jagte der geflügelte Räuber Fuß um Fuß hinunter. Mein Vater stieß mich an. In einer Senke, unweit der Stelle, an der wir standen, bewegte sich das Gras. Wir sahen die Halme sich teilen und ein Laut zwischen Grunzen und Jauchzen geriet an unsere Ohren. Inmitten des Grases erschienen stachelige Borsten einer Yondonratte. Ihre Verzweiflung brach sich schnell in kläglichem Gequieke ihre Bahn, doch weder Flucht noch Geschrei vermochte sie zu retten. Der Kalron änderte nur einmal seine Stoßrichtung und fing die Yondonratte ohne Erbarmen. Gebannt und gleichzeitig enttäuscht hatte ich das Schauspiel verfolgt. Mein Vater nickte wissend. "Ein Kalron ist nicht sehr groß, nicht wahr, mein Sohn?"
Mein Mienenspiel musste mich verraten haben. Ein ausgewachsener Kalron fand auf dem Handteller meines Vaters bequem Platz, ohne herunter zu fallen. Und eine Yondonratte war ein Winzling im Vergleich zu manchem Geschmeiß, das in den Kellern und Kanälen der Stadt lebte. Ja, ich war enttäuscht, obwohl die Jagdszene mich erregt hatte.
"Größe ist nicht alles", versuchte mein Vater mit seinen Worten meine Enttäuschung zu mildern. "Oft ist es gar der Kleinste, der einen Weg findet, um zu überleben, während den Großen kein Versteck bleibt. Nun, diese Yondonratte behielt den Himmel nicht im Auge. Ein Fehler. Merke Dir, mein Sohn, schau überall hin. Wir Jäger müssen alles im Blick behalten. Sieh nur den Kalron. Er ist klein, es mag größere als ihn geben, aber er ist ein Jäger, denn er ist flink und umschauend." Ich versuchte meinem jungen Gesicht einen verstehenden Ausdruck zu geben, wenngleich ich ahnungslos war. Größe war für mich gleichbedeutend mit Stärke. Allein der Starke würde stets überleben. Allzu oft hatte ich dies auf den Straßen selbst am eigenen Leib gespürt. Für mein Alter war ich einfach zu klein.
Mein Vater hockte sich neben mich. "Ein Jäger kann sich nicht auf seine Kraft verlassen. Unsere Sinne sind das wichtigste. Spüre den Wind. Er trägt uns die Witterung zu. Sieh in das Licht und die Schatten. Dort finden wir diejenigen, die sich vor dem Wind verbergen. Fühle den Boden, das Gras, die Borke, das Laub. Alles erzählt dem Jäger seine Geschichte, die Geschichte des Augenblicks, der Jahre und der Zukunft."
Zweifelnd schaute ich meinen Vater an.
Er lächelte. "Verzage nicht. Ich war einst wie du. Du wirst alles lernen und eines Tages alles verstehen."

Über den Wolken

Tagebuch von Darn Chadar Medoc.
Lange habe ich auf diesen Tag gewartet, die Initiation meines Sohnes Lahn. So sehr die meisten Väter sich diesen Tag herbeisehnen, so sehr fürchten die Kinder ihn. Doch sie sollen, ja, sie müssen die Göttlichkeit fühlen, die der Flug uns schenkt. So sagt man. Ich jedoch, ich fürchte ihn ebenfalls.
Ich bin Lehrer. So oft meine Schüler aus den Fenstern sehen, wenn ich sie unterrichte und sie dabei beobachte, wie sie über die Alten unter uns staunen, die in den Aufwinden ihre Kreise ziehen, so oft sind meine Gefühle gespalten. Alt sind wir und auch Kinder. Nirgends steht geschrieben, dass wir fliegen müssen, geschweige dass unsere Kultur nicht darauf verzichten könnte. Wahrlich, es ist uns zur Natur geworden, trotzdem ist gewachsene Natur nicht immer sinnvoll. Der Flug dient zu nichts anderem als unserem Vergnügen. Auch ist es ein Test des Mutes, der einzige Test wohlgemerkt, weil wir echte Herausforderungen so gut wie nicht mehr kennen.
Am Tage der Geburt unseres Sohnes hielt ich meinem Weib die Hand. Ich werde diesen Moment nicht vergessen. Sie hatte starke Schmerzen, die sie sich nicht lindern lassen wollte. O, ich hätte ahnen sollen, dass unser Sohn ein störrischer Kerl werden würde. Sie strahlte über das Gesicht, ihre Augen, der Mund lachte. Es war Glück, und es war ein Geschenk.
Wenn ich selber aus den Fenstern sehe, in meinem privaten Quartier oder in den Hallen der Versammlung, den Werk- und Forschungsstätten, ich sehe sie nicht, den Mut oder die Grazie derer, die da fliegen, die unsere Kinder insgeheim bei aller Furcht bewundern. Ich sehe den Übermut. Die Liebe zum Flug fördert in mir den Widerstreit meiner selbst. Das Risiko der Initiation ist groß. Wie viele Kinder verloren wir durch unseren eigens erschaffenen Mythos? Ich habe sie nicht gezählt. Bislang wagte ich es nicht, mich vor den Ältesten gegen den Ritus zu stellen. Man würde in mir bloß den ängstlichen Vater vermuten, Anteilnahme bezeugen und mich dazu anhalten, tapfer zu sein. Unsere Städte überqueren die Kontinente, wir ziehen mit oder gegen den Wind, ganz wie es uns beliebt. Auf dieser Welt sind uns scheinbar keine Grenzen gesetzt. Also, warum fordern wir dennoch unser Schicksal heraus? Ja, wir stellen uns dem Tode freiwillig. Nein, wir halten unsere Kinder dazu an, sich dem Tode zu stellen.
Früher konnte ich jene nicht begreifen, die sich der Zeugung verweigerten. Ich hielt sie für eine kleine, dumme Gruppe von Eigenbrödlern, die sich absonderten und nicht dazu beitragen wollten, dass unsere Gesellschaft gedeiht.
Gedeiht sie wirklich? Schaue ich zurück, sehe ich nunmehr Stillstand. Wann wurde etwas Neues entwickelt, Maschinen verbessert oder ganz simpel die Organisation unseres Zusammenlebens restrukturiert? Ich vermute, selbst mein Vater, würde er noch leben, könnte sich an nichts derartiges erinnern.

Auf der Sprungplattform

Lahn, der junge Mann, stand inmitten der anderen, die sich der Prüfung unterziehen sollten. Alle waren sie an der Schwelle zum Erwachsenen. Die Nervosität der jungen Leute war für jedermann spürbar. Ständig veränderten sie ihre Position in der Gruppe, drängten zum Mittelpunkt des Pulks, hoffend, nicht zu denen am Rand zu gehören, die als erste den Sprung in die Tiefe wagen sollten. Obwohl die Tiefe unter den Städten zum Leben jedes einzelnen dazu gehörte, war die Aussicht, nur mit Schutzanzug und Flügelmontur sich dieser scheinbaren Endlosigkeit zu stellen, angsteinflössend.
Etwas entfernt hatten sich die Eltern auf Balkonen versammelt und reckten ihre erwartungsfrohen Gesichter über die Balustrade, um ihre Sprösslinge in der Menge zu entdecken. Instinktiv duckte sich Lahn und versuchte den Blicken auszuweichen, freilich gelang es ihm nicht. Er hielt den Helm mit seinen feingliedrigen Fingern umklammert. Die glatte Oberfläche wies bereits einen Schweißfilm von seinen feuchten Händen auf. Lahn wollte nicht springen. Entgegen seiner Altersgenossen dürstete er nicht danach, durch die Lüfte zu gleiten.
Niemals in den Jahren seiner Kindheit hatte er mit seinen Eltern darüber gesprochen, keinen Zweifel geäußert, aber die Angst vor diesem Augenblick hatte ihn immer begleitet, solange er denken konnte. Es rempelte ihn jemand an. Lahn wandte sich um. Seine Flügel schlugen dem anderen unabsichtlich ins Gesicht.
"Langsam, Freund", murmelte Tendor, ein gleichaltriger Klassenkamerad. "Beschädige sie nicht. Du brauchst sie noch."
Lahn lächelte müde. "Es wäre mir lieber, wenn nicht."
"Angst, Freund? Warum? Wir haben beide die Übungen mit Auszeichnungen bestanden. Kaum einer außer uns ist besser als wir, ja so mancher dieser Springer schaut zu dir auf und erwartet, dass du in der ersten Reihe stehst." Tendor suchte in den Augen des Freundes nach Zustimmung, entdeckte jedoch nur Zweifel und zurückgehaltene Furcht.
"Eine Turnübung ist eine Sache, Tendor. Ein Sprung ohne Netz und ohne Band eine andere. Geschick alleine wird mich nicht überleben lassen."
"Sprich leise, Lahn, sprich leise." Tendor senkte seine Stimme zu einem Flüstern. "Willst du die anderen Springer ängstigen? Du bist ein Vorbild, ob du willst oder nicht!" Er entfaltete seine Flügel ein wenig und schirmte sich und den Freund gegen die anderen Springer ab. "Was hast du denn so plötzlich? Mit unserem jahrelangen Training ist der Sprung doch ein Leichtes."
"Da ist er wohl. Natürlich", beschwichtigte Lahn den Freund. Er zwang sich zu einem aufmunternden Kopfnicken. "Verzeih, ich wollte dir die Freude dieses Tages nicht verderben."
Das Sonnenlicht durchdrang die dunkelrote Membran von Tendors Flügeln und gab ihr die Farbe frischen Blutes. Lahn schüttelte dieses Vorzeichen mit einem weiteren Kopfnicken ab.
"Eine glückliche Zeit geht zu Ende, nicht wahr, Freund?" meinte Tendor. "So lange haben wir unsere Jugend genossen und nun müssen wir das Gelernte in den Dienst der Gemeinschaft stellen." Er legte Lahn eine Hand auf die Schulter. "Mein Vater sagt, jede Zeit habe ihr Gutes. Wir erhalten jetzt Verantwortung über unser eigenes Leben, ganz gleich wo wir es führen. Hier oder ob wir uns eine Gefährtin auf einer anderen Stadt suchen. Sollte es Wehmut sein, die dich quält, dann lass dir sagen, es wird schön für uns werden." Er deutete auf den Helm in Lahns Händen. "Setz ihn auf, Freund. Wir werden gemeinsam springen. Von der ersten Reihe aus."

Auf der Ebene

Mein Vater und ich zogen durch das hohe Gras zu einer Ansammlung von Hügeln, die sich am Horizont wie die Rückenwülste eines Grumpf auftürmten. Vater war guter Dinge. Er nutzte die Gelegenheit, um mir Geschichten unserer Familie zu erzählen. Von Großvater, der einen Fando erlegte, von Mutter, deren Kräuterheilkunst bei Freunden und Verwandten hoch im Kurs gestanden hatte.
Ich hörte ihm interessiert zu. Besonders die Geschichten über Mutter rührten mich, hatte ich doch so wenig von ihr gehabt. Indessen vergaß mein Vater seine Aufmerksamkeit nicht. Die ganze Zeit über behielt er alle Vorkommnisse im Auge. Keine Bewegung entging ihm, sei es am Boden oder in der Luft. Als ich strauchelte, war seine Hand behutsam zur Stelle, um mich aufzufangen. Das Edorngras hatte einen tiefen Schnitt durch den dicken Stoff meiner Hose getan. Blut lief aus der schmalen Wunde in meiner Wade.
"Alles in Ordnung?" fragte mein Vater, und ich nickte tapfer. Er legte mir eine Hand auf die Schulter, und wir marschierten weiter. Wenig später, gerade ein paar Hügelkämme von unserem Ziel, einem kleinen Wäldchen, entfernt, zog mich mein Vater in die Hocke. Er bedeutete mir, still zu sein.
Ich war ein Kind, dessen Neugier nur schwer bezähmbar war, deshalb gehorchte ich nicht sofort: "Was ist?" Mein Vater schüttelte den Kopf. Prüfend sog er die Luft ein. Seine Augen suchten den Himmel ab. Wahre Wolkenungetüme sammelten sich, den Gesetzen des Windes widerstrebend, schwebten sie von allen Seiten zu einem Punkt und gruppierten sich um ihn herum. Über uns wuchs ein dichtes Geflecht.
"Der Angstschmied geht um."
Ich hatte die Worte meines Vaters nicht gleich verstanden und stieß ihn an.
"Der Angstschmied, mein Sohn, der Gott der Furcht, wie sie ihn nennen. Ich rieche ihn." Traurig blickte er zu mir hernieder. "Wir Jäger lernen mit der Furcht zu leben. Sie hilft uns, und meist versucht sie uns zu beherrschen. Aber wir müssen sie niederringen, sonst werden wir in diesem Land nicht überleben." Ich suchte seinen Blick und wartete.
"Weißt du, mit den Jahren lernen wir nicht nur das Verhalten unserer Beute oder unserer Feinde. Wir lernen, sie zu riechen, die Ausdünstungen, den Schweiß und, ja, auch die Furcht. Auch du wirst sie eines Tages haben, diese Fähigkeit. Angstschmied geht um. Wenn die Angst sehr groß ist, dann kommt der Herr der Furcht persönlich von den Feldern des Feuers in das Land der Dreggen, so sagt man. Er ist da. Ich sehe nur nicht, warum."
"Ist es nicht nur ein Sturm, der aufzieht, Vater?"
"Ein Sturm fürwahr, mein Sohn. Eine Urgewalt! Diese Wolken dort, und jene dort, du hast sie bemerkt?"
"Sie bewegen sich gegen den Wind."
"Das tun sie." Plötzlich, und ich gestehe, mein Vater selbst ängstigte mich in diesem Augenblick, wurde sein Gesicht so hasserfüllt, wie ich es nie gesehen hatte. Unwillkürlich rückte ich von ihm ab und versuchte seine Hand, die noch meine Schulter hielt, die Finger, die sich in meine Fleisch gruben, abzuschütteln. "Sie sind wieder da!"
"Vater!" Nicht länger konnte ich den Schmerz aufhalten.
Seine Hand zuckte zurück. Seine Augen waren weit aufgerissen, er sank vor mir auf die Knie, zog mich in seine Arme, während mein achtjähriges Herz wie wild klopfte.
Seinen Kopf dich neben meinem flüsterte er: "Es gibt keine Götter, mein Sohn. Das, was wir Götter nennen, sind stinkende Monstren vor dem Angesicht dieses Landes. Sie verheeren, sie fressen uns innerlich wie Maden einen Kadaver, ohne Mitleid, nur gierig und stets auf der Suche nach mehr. Mehr! Mehr!" Die letzten Worte schrie er ob einer inneren Verzweiflung, als brandschatzten die bittersten Gefühle seine Seele, verzehrten den letzten Rest Hoffnung darin.
Ich begann zu zittern.
Er drückte seine Stirn gegen die meine. Seine Tränen benetzten meine Augen. "Verzeih mir, mein Sohn." Langsam gab er mich frei und strich mir über den Kopf. "Verzeih mir, manchmal ... Deine Mutter hätte nicht gewollt, dass ich mich so gehen lasse. Sie hat es mir noch gesagt, bevor sie starb. Aber mein Gram ist seither nicht geringer geworden. Ich muss dir Angst machen. Das will ich nicht." Noch unbeholfen vom Schmerz strich er mir über den Kopf. "Bei dir hatte ich stets das Gefühl, das Gefühl, die Ahnung, du würdest von allen meine Trauer am ehesten verstehen. Doch es ist dir gegenüber nicht gerecht. Du bist ein Kind."

Auf der Sprungplattform

Darn betrat den Balkon. Vor ihm tuschelten die anderen Elternpaare, wünschten einander Glück oder gratulierten sich zum stattlichen Äußeren ihrer Sprösslinge. Entgegen der Gewohnheit des Ritus hatte er seinen Anzug angelegt. Die ersten Eltern, die ihn sahen, machten Platz, schufen eine Gasse bis zur Brüstung. Dies geschah weniger aus Respekt, obwohl Lehrer hohes Ansehen in der Gemeinschaft besaßen, denn aus Neugier, Überraschung und Ratlosigkeit. Sie wussten nicht, dass Darn seinen Sohn nicht im Stich zu lassen gedachte. Sollte er nur einen Verdacht haben, sein eigen Fleisch und Blut würde die Prüfung nicht bestehen können, würde er hinterdrein springen, um ihn zu retten.
Seine Frau befand sich nicht unter den Anwesenden. Sie hatte ihm gesagt, sie könne den Anblick nicht ertragen, den Sohn in die Tiefe fallen zu sehen. Darn streckte seinen Körper zur vollen Größe und spreizte die Flügel, schuf so noch mehr Raum um sich herum. Er würde für sie beide tapfer sein.
Doch es war weit mehr als das. Just zu dem Zeitpunkt, da Darn Anzug und Flügel anlegte, beging er einen nie da gewesenen Regelverstoß. Wie auch immer der Ritus endete, es würde zu einer Sitzung des Ältestenrates kommen. Es existierte kein Präzedenzfall, aber die Ältesten würden ihm die Verfehlung des Ritus nicht ohne Folgen durchgehen lassen. Im schlimmsten Fall rechnete Darn mit der Verbannung seiner Familie. Verbannung oder das Leben seines Sohnes? Für ihn war es keine Frage mehr, was schwerer wog.
Unten sah Lahn seinen Vater in voller Montur an die Balustrade treten. Es war nicht Darns Absicht gewesen, dem Sohn Zuversicht zu geben, doch eben dies geschah. Es ist der Blick der Alten, der in ihm ruhende Stolz, der einem zweifelnden jugendlichen Selbst zusätzliche Kraft aufnötigt, ob es will oder nicht. Und ob es zu seinem Besten ist oder nicht. Lahn fühlte das Gewicht der Flügel auf seinen Schultern mit einem Mal geringer. Auch er straffte wie sein Vater oben seine Gestalt und setzte den Helm auf. Tendor tat es ihm nach. Wie der Freund es vorgeschlagen hatte, bahnten Lahn und er sich einen Weg bis an den Rand der Plattform, überhörten die Bemerkungen über ihren Mut und Können sowie die rätselnden Worte ihrer Gefährten über den Vater, der ebenfalls seine Flügel ausbreitete.
Sehr viel höher über allen Anwesenden öffnete sich die Tür des Ritenturmes. Ein alter Mann trat heraus auf einen stählernen Vorsprung, den kein Geländer umgab. Beidseitig von ihm wehte der Stoff goldener Fahnen träge im Wind, blitzten die metallenen Fäden, die das Wappen der Stadt woben, in der Sonne. Gemäß der Tradition hatte der älteste Einwohner der Stadt die Aufgabe, den Start für den Ritus frei zu geben. Ein kleiner Junge trat hinter den alten Mann. Ein Käfig mit einem grauen Kalron darin ruhte auf seinen nach oben gekehrten Handflächen. Der Alte öffnete den Käfig sorgsam mit einer Hand, während er mit der anderen das darin sitzende, sich gegen die Berührung sträubende Tier ergriff. Aller Augen waren nun auf diese beiden gerichtet. Der alte Mann hob die Hände mit dem geflügelten Räuber darin gen Himmel. Jedes Gespräch erstarb, nur der Kalron krächzte böse und pickte in die Finger des Alten. Sodann öffneten sich die Finger um ihn, der Schatten derselben um ihn verflog, denn gleißend strahlte das Tier plötzlich in der Morgensonne. Das Grau seiner Lederhaut wurde weiß, als dem Tier die Freiheit wieder geschenkt wurde. Kraftvoll stieß sich der kleine Jäger von den Handflächen ab und segelte in die Tiefe.
Darn machte sich bereit. Lahns Fußspitzen ragten über den Rand der Plattform hinaus. Nun gab es kein Zurück mehr.
"Glück mit dir, Tendor", sagte Lahn, ohne sich zum Freund zu wenden.
"Glück auch mit dir, Freund", antwortete Tendor ähnlich auf den Sprung konzentriert.
Wie auf ein geheimes Kommando sprangen sie kopfüber in die Tiefe. Und Darn folgte ihnen. Ein innerer Drang sagte ihm, er solle keine Notsituation abwarten.

Auf der Ebene

Gebannt beobachteten mein Vater und ich die Wolken. Sie schienen von ihnen heraus zu glühen. Verdammte mein Vater auch die Götter, dies war ihr Werk und wie es die Gaukler auf den Jahrmärkten in bescheidenem Umfang taten, so wechselte das Leuchten der Wolken auch seine Farbe, prächtig wie das Feuerwerk eines Wandermagiers.
Ich war sehr jung in diesen Tagen, und jene Zeit klingt in mir wie eine weit entfernte Melodie. Glücklich, geheimnisvoll, dramatisch. Manches Gesehene erscheint mir immer noch unerklärbar. Wenngleich ich Menschen auf meinen Wanderungen traf, die eben solche geisterhaften Erscheinungen gesehen hatten, die seither die Zeichen zu deuten wussten, welche mit dem Kommen der Götter einher gehen. Mein Vater tat gut daran, Ruhbald Angstschmied zu erkennen. Auch ich habe gelernt, was es heißt, wenn sich dieser Gott von den Feuerfeldern her unter uns Dreggen begibt. Und ich lernte, was es heißt, die Götter zu erzürnen.
Meinem Vater war das Himmelsleuchten nicht geheuer.
"Lass uns gehen, Sohn! Ein Jäger muss wissen, wann er sich zurück ziehen muss." Nicht Furcht sprach aus ihm, vielmehr war es Besonnenheit. "Gegen die Natur kommen wir nicht an. Uns bleibt nur, sie zu respektieren, zu wissen, wo unsere Grenze ist, und wir sollten diese Grenze keinen Fingerbreit überqueren."
Er legte den Arm um mich. Eilig gingen wir den Weg zurück, den wir gekommen waren. An einer Stelle, wo ein flaches Bachbett unseren Pfad kreuzte, wandten wir uns auf gerader Linie in Richtung des Leuchtenden Hortes. Der Rückweg mochte kürzer, jedoch beschwerlicher sein. Aber mein Vater nahm die Erscheinungen ernst. Vielleicht wusste er um die Bedrohung. Ich hatte seine Worte nicht deuten können. Weder wusste noch ahnte ich im geringsten, wer Sie waren. Wir hetzten das Ufer des Bachbettes entlang. Die Unebenheiten zwangen mich große Schritte und Hüpfer zu machen, um an der Seite meines Vaters zu bleiben. Schließlich stolperte ich und fiel in das Wasser, rollte darin herum und schluckte es. Sofort war mein Vater bei mir, griff mir unter die Achseln und zog mich zu sich empor.
"Ich trage dich. Uns bleibt nicht viel Zeit!"
Er warf mich über seine Schulter, so dass ich die Richtung aus der wir kamen, im Auge behalten konnte. Hoch oben zog sich das Geflecht aus Wolken in der Länge und Breite auseinander, wurde ein vage durchsichtiges Netz, hinter dem ein riesiges, ja, Gebäude schwebte. Ein Turm, eine Festung über den Wolken. Unzählige Kuppeln und Turmspitzen glänzten, und ich meinte hier und dort Fahnen wehen zu sehen. Die Heimstatt der Götter!
"Vater, sieh doch!" rief ich begeistert aus. "Eine Burg im Himmel!"
Mein Vater drehte sich weder um, noch teilte er meine Freude an diesen Anblick. Gleichwohl lief er noch schneller aus. "Ich weiß, was das ist, Sohn." So leise kam seine Stimme, dass ich sie fast überhörte.
"Und jetzt! Sieh doch! Götter mit Flügeln! Sie fliegen wie ein Kalron, ganz viele von ihnen, sie kreisen, sie schweben, stoßen hinab!"
Abrupt blieben wir stehen. Da er sich umwandte, nahm mein Vater mir die Sicht auf das Geschehen.
"O, nein! Nicht heute! Nicht diesmal!" Sachte setzte er mich, der ich auf seiner Schulter strampelte, ab und ergriff seinen Bogen. "Duck dich, mein Sohn, und gib keinen Laut von dir!" Er zog einen Pfeil mit blitzender Spitze aus dem Köcher hervor. "Gehorche!"
Ich duckte mich nicht nur, ich warf mich gänzlich hin. Das Gras ragte vor meinem Gesicht auf und verdeckte mir den Ausblick auf den Himmel. Ich sah meinen Vater sich einige Schritt entfernen, wo er niederkniete und den Pfeil auf die Sehne legte.
Vater, wollte ich sagen, es sind doch Götter, aber meine Stimme versagte ihren Dienst. Ich beobachtete, wie er die Sehne spannte und auf etwas - einen Gott - zielte, was sich meinen Blicken entzog. Er sog die Luft ein, wie er es mir mit meinem Spielzeugbogen gezeigt hatte, entließ sie langsam und mit ihr den Pfeil.

Unter den Wolken

Lahn erfasste die Windströmungen instinktiv, ließ sich von ihnen empor tragen und breitete dazu nur seine Flügel aus. Gedanklich fragte er sich, warum er sich Sorgen gemacht hatte. Das Gefühl war so rein, so natürlich. Hier drohte keine Gefahr. Er beherrschte die Flügel wie kein zweiter. Unweit seiner Position schlug Tendor mit den Flügeln und stieg wieder an. Nicht ohne Stolz bemerkte Lahn, dass er besser war als sein Freund. Eine kurze Zeitspanne flogen sie auf gleicher Höhe nebeneinander her, völlig entspannt. Um sie herum mühten sich die anderen Springer etwas mehr ab, aber niemand geriet in ernstliche Gefahr.
Weiter oben schaute Darn auf die leuchtenden Flügel seines Sohnes hinab. Glücklich schlug er mehrmals mit den Schwingen aus, hatte sich seine Besorgnis doch als unbegründet herausgestellt. Sein Atmen ging leicht und ohne Anstrengung vonstatten. Darn selbst flog, als hätte er nie etwas anderes getan. Er konnte sie verstehen, die Befürworter des Fluges, in diesen Momenten konnte er es. Wolkenfetzen stoben auf, als er hindurch tauchte. Für den Augenblick raubten sie ihm die Sicht auf das, was unter ihm geschah. Gleich darauf stieß er wieder in die Helligkeit hinaus. Und diesen Augenblick vergaß Darn nie mehr. Er sah Lahn und Tendor nebeneinander einher gleiten, während tief unten die wunderschöne Ebene lag, die er von seinen Höhlenforschungen her kannte. Braun war sie mit grünen Tupfern darauf, und da und dort taten sich die ersten rotgelben Farbsprenkel des Frühlings hervor. Zwischen den Freunden blitzte es im Licht auf, einen Lidschlag lang nur, dann geriet Lahn ins Trudeln. Der Sohn riss die eben noch vorgestreckten Arme an die Brust, verlor die Kontrolle und rollte über die linke Seite. Lahn fiel.
Darn keuchte qualvoll auf. Sein Sohn fiel. Immer größer wurde die Geschwindigkeit. Die Flügel flatterten im Sturz. Eine Hand reckte Lahn gen Himmel, seinem Vater entgegen. Der Schrecken war für den Vater furchtbar, doch der Teil in Darn, tief in ihm, der Teil, der ihm anerzogen, antrainiert war, der Teil, der das Wolkenvolk ausmachte, reagierte, ohne zu zögern. Darn, der Wolkenkrieger, legte die Flügel an und stürzte seinem Sohn halsbrecherisch nach an dem nicht minder erschreckten Tendor vorbei.
Der gelehrte Mann in Darn maßregelte die Emotionen, dämmte alles außer dem Nötigen ein, schätzte die eigene Geschwindigkeit, den Abstand zu Lahn, den Abstand zum Erdboden, der sich schneller und schneller verringerte. Zu schnell. Lahn, wollte der Vater schreien, breite die Flügel aus, doch es war vergebens, weil der Fallwind zu stark durch die Filterschlitze seiner Maske strömte und ihm sämtliche Worte davon riss. Die Entfernung schrumpfte nun. Lahn rollte in der Luft, wie in einem irren, kranken Tanz. In seiner Brust steckte ein Pfeil. Blut trat aus der Wunde es. Wie Lahn sich auch bewegte, das Blut lief in entgegengesetzter Richtung über seinen Brustpanzer, wirr, hin und her und bildete ein grausig rotes Spinnennetz.
"Lahn", brüllte Darn.
Scheinbar gelenklos schlugen Lahns Arme durch die Luft.
"Lahn!" Der Fallwind zerfetzte die Maskenfilter, sie schnitten durch das Innenfutter des Helms in die Lippen. Darn schmeckte Metall. "Lahn! Spreng deine Flügel ab! Spreng sie ab." Die Schreie, Darn würgte sie mit letzter Kraft heraus. Der Lehrer, der Krieger und so viele andere Charaktere, die er beherbergte, alle sie wurden hinfort gesprengt. Zurück blieb allein der Vater, dessen Herz zerbarst, der wusste, er würde den Sohn nicht rechtzeitig erreichen.

Auf der Ebene

Ich hob meinen Kopf aus dem Gras und erblickte das Drama. Der Gott fiel, und hinterdrein befand sich gleich einem jagenden Kalron ein weiterer Gott im Sturzflug. Mein Vater ließ den Bogen sinken. Fern von mir erklang seine Stimme, aber es war bloß ein hintergründiges Rauschen. Ich sah einen Gott sterben! Der nachfolgende Gott war nun nahe genug, um den Verletzten mit einer Hand zu ergreifen, doch dieser machte in der Luft einen unbeholfenen Purzelbaum. Der andere bekam nur eine Flügelspitze zu fassen, zog daran, und die Flügel fielen ab. Sie wehten davon, wurden zu einem Knäuel, das sich bald seitlich in den Luftströmen verlor.
Ich fühlte Tränen auf meinen Wangen. Es gibt keine Götter, hatte mein Vater gesagt. Hatte er die Wahrheit gesprochen? Wie hätte er sonst einen Gott verletzen können? Meine Welt stürzte ebenso wie diese beiden Götter dem Abgrund entgegen. Ich hatte an sie geglaubt. Zwar hatte ich meinem Vater nie widersprochen, jedoch wollen Kinder an Götter glauben. Sie wollen Wunder.
An diesem Tag endete mein Glaube. Was auch immer sie waren, so waren sie auf jeden Fall sterblich. Sie fühlten den Schmerz, die Angst wie wir, waren verletzbar wie wir. Ich kann nicht sagen, wie viele Schritt von uns entfernt der erste Körper schließlich aufschlug. Es war weit. Vermutlich hätten mein Vater und ich lange laufen müssen, um ihn zu erreichen. Zu weit weg, um zu helfen. Helfen? Nein, mein Vater hatte auf ihn geschossen. Er würde ihm ganz bestimmt nicht helfen wollen. Und ich verstand nicht. Warum hatte mein Vater auf den Gott geschossen?

Auf der Ebene

Darn stand neben dem zerschmetterten Körper seines Sohnes. Sich nieder zu knien, wagte er nicht. Selbst arg mitgenommen, mit gebrochenen Rippen zahllosen Prellungen und Schnittwunden, hatte er seinen eigenen Tod einzig durch verzweifeltes Flügelschlagen im allerletzten Moment abwenden können. Die Visierlinsen der Maske seines Sohnes blickten trüb und anklagend auf den Vater. Darn starrte nur. Da war nichts mehr, kein Leben. Der Pfeil in der Brust des Jungen war knapp über dem Brustpanzer abgebrochen.
Darn schaute über die Ebene vor ihm zu den Wäldchen, grün, saftig, voller neuer Kraft. So weit sein Auge schweifte, er entdeckte den Schützen nicht.
Jäger, brandete es gleißend durch seinen Kopf, wir haben sie immer unterschätzt, wir haben sie alle unterschätzt und wir haben uns überschätzt. Aber das ist jetzt vorbei!
Dies war sein letzter klarer Gedanke an jenem Tag. Darn brach neben dem Sohn zusammen, bettete seinen geschundenen Oberkörper gegen sich und barg den Kopf an seiner verletzten Brust. Der Wolkenkrieger schrie all seinen Zorn, seinen Hass, seine Trauer der Wolkenstadt entgegen.

Heute

Viele Jahre sind seither vergangen. Kein Gott hat mir meinen Glauben wieder gegeben. In jener vergangenen Zeit fühlte ich mich sehr lange verloren wie nie, geradezu ausgestoßen. Gebete zu Kolra erschienen mir widersinnig, leer, nutzlos, denn ich hatte gesehen, wie ein Gott fiel. Viel später erfuhr ich, warum mein Vater den Pfeil abgeschossen hatte. Auf seinem Sterbebett verriet er mir, dass die Mutter einem jener Götter zum Opfer gefallen war. Er hatte sie gleichfalls erschossen. Warum? Wir wissen es nicht. Vielleicht aus Spaß, wie es die Mächtigen manchmal mit den Schwachen tun, wenn ihnen der Sinn danach steht. Vater fand die Mutter mit verbranntem Gesicht auf eben jener Ebene, wo sie Kräuter gesammelt hatte.
Mein Vater bat mich um Verzeihung. Er sagte mir, ihre letzten Worte hätten mir gegolten. Sie hatte den Tod nicht kommen sehen, aber er hatte das Wesen in der Luft seine Kreise ziehen sehen, gerade so, als wolle es den Triumph genießen. Hätte mein Vater just zu dem Augenblick seinen Bogen zur Hand gehabt, wäre vieles anders gekommen.
Mein Name ist Imhan. Ich war ein Jäger. Ich war ein Krieger. Ich habe ein langes Leben gehabt und viele Fehler gemacht. Ich habe Freunde verraten, Kriege erlebt, die Eisriesen gesehen. Heute bin ich wieder ein Jäger. Meine Beute sind Götter.

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