Abenteuer
Lebende Legenden #2
Was bisher geschah.
Der junge Treefnok Djalran Destin De'Dan, kurz Ran genannt, wurde bei einem wichtigen Bildhauerauftrag in der Hafenstadt Halmawat Zeuge eines Diebstahls in einem Tempel. Unglücklicherweise hielten ihn die Priester auch für einen Dieb. Zusammen mit den beiden Einbrechern musste er flüchten. Seine Befürchtungen bewahrheiteten sich. Die ungewollte Bekanntschaft mit den beiden kleinen Dieben Hutzel Longear und dem Walddämonen Keinfussabhand führte für Ran zu einem Ausschluss aus der Bildhauergilde von Halmawat. Ein Jahr später hatte er sich in der Hauptstadt des Reiches, dem Leuchtenden Hort, angesiedelt. Binnen kurzer Zeit war er zu einem respektierten Bildhauer aufgestiegen, der die Herrschenden zu seinen Kunden zählte. Ein neuer Auftrag führte ihn zu dem aufstrebenden Fürsten Hradan'Gre. Leider wählten auch zwei kleine Diebe diesen Tag für einen neuen Raubzug aus.

Wie es weitergeht.
Hutzel Longear, der kleine Krieger, schaute durch das in allen Regenbogenfarben schillernde Glas in den Raum unter sich. Gemessen an Umfang und Höhe des Gebäudes musste es sich bei diesem Zimmer um eines der kleineren handeln. Jedenfalls konnte sich Hutzel bei all seiner Erfahrung nicht vorstellen, dass ausgerechnet dieser Fürst nur niedliche kleine Räume sein eigen nannte. Der Adel bevorzugte Säle und Hallen. Vielleicht, sann Hutzel nach, war nur in großen Räumen Platz für ihre aufgeblähte Art, durch das Leben zu schreiten.
Die Erbauer dieses Gebäudes hatten einen großen Fehler gemacht, indem sie die Scheiben der Kuppel auf diesem Dach eines Anbaus des Gebäudes nur in Fassungen eingelegt hatten. Einzig kurze drehbare Riegel dienten dazu, die Fenstergläser festzuhalten. Für Hutzel, der nun einen alten Dolch aus dem Gürtel zog, bedeuteten sie kein Hindernis. Vier Riegel drehte er in ihren Halterungen mit dem Dolch als Hebel schnell zur Seite, dann setzte er die Klinge zwischen Glas und Fassung an.
Keinfussabhand, der Walddämon an seiner Seite beobachtete still, wie sein Freund die Scheibe anhob. Er langweilte sich. Sein Verstand war nicht so gering, wie der kleine Krieger immer noch glaubte. Nur teilten Walddämonen nicht die Interessen anderer Sterblicher. Besitz, Geld, große Gemeinschaften und noch vieles mehr waren für Keinfussabhand bedeutungslos. Manches Abenteuer war ganz schön, und Fressen war noch viel schöner. Keinfussabhand hatte gesehen, wie Hutzel einem anderen Geldstücke in die Hand drückte und im Austausch Nahrung dafür bekam. Das verstand er, doch erschien ihm diese Prozedur ziemlich seltsam.
...
Lebende Legenden


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Lebende Legenden #2
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