Abenteuer
Ein langer Weg - Teil 3 von 4

Derweil bahnten sich die Vampirelfen Feeial und Feeiel ihren Weg durch unwegsames Gelände auf zwei sehr jungen Tokkre.
»Küken, du hast Küken gestohlen,« ereiferte sich Feeiel, die blonde Schwester.
»Ich war in Eile. Außerdem dachte ich, es entspricht deinen Wünschen, wenn ich meine Fertigkeiten der Diebeskunst erweitere?« Feeial schüttelte den Kopf.
»Stiehl, was wertvoll ist!« zischte Feeiel ihre Schwester an.

Feeial schwieg. Sie hatte nicht vor, die Diebeskunst zu vervollkommnen. Der Drang, sich zu nehmen, was man sah, einen Wert zu erkennen, war ihr fremd. Wie in so vielen anderen Belangen, war sie mit ihrer Schwester uneins. Hätten Zwillinge einander nicht enger verbunden sein müssen?

Wenig einträchtig ritten sie nebeneinander her. Während Feeial ihr Tokkre mit kleinen Bewegungen und Befehlen gefügig gemacht hatte, mühte sich Feeiel mit ihrem Reittier unentwegt ab. Das Tokkre roch die von der Vampirelfe ausgehende Gewaltbereitschaft und wehrte sich gegen die Rucke der Zügel und die Tritte in seine Seiten.

»Wäre es nicht besser, sanfter mit dem Tier umzugehen?« fragte Feeial, obwohl sie die Antwort bereits kannte.
»Es hat zu gehorchen!« entgegnete Feeiel scharf.
»Es liegt nicht daran, dass sie Küken sind. Es liegt daran, dass du nicht mit Tieren umgehen kannst. Du machst uns langsam!« tadelte Feeial die jüngere Schwester.

Feeiels Tokkre krächzte wie zur Bestätigung und beinahe hätte es seine ungestüme Reiterin abgeworfen. Schweiß glänzte auf ihrer Stirn.
»Glaub mir, Schwester, bis wir Kolras Träne erreichen, werde ich dieses Vieh gezähmt haben.« So sprach Feeiel und trieb ihr Tokkre noch härter an.

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Ein langer Weg - Teil 3
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