Abenteuer
Die Prophezeiung - Teil 1 von 5

Die Welt war ein langer übelkeitserregender Fall! Vor Hutzel drehte sich sein Leben, die Geschichte seines Volkes in grellen Farben, lautlos, nebelhaft verhangen. Alles war in diesem Augenblick, in dieser Ewigkeit ohne Belang. Hutzel vermisste nichts. Er war zufrieden mit sich, fand einen inneren Frieden im Moment, der jedoch nicht lange vorhielt. Schneller, als ihm lieb war, kehrte die innere Unruhe zurück. Zuerst wußte er sie nicht einzuordnen. Er ahnte mehr, dass es mit einem unerfüllten Ziel zusammenhängen mußte.

Nicht viele Ziele hatte ein Longear im Leben. Einen Platz in der Gemeinschaft, Respekt, der Wunsch seine Erfahrungen weiterzugeben, Frieden, Feiern, dies alles kam, wenn es an der Zeit war. Oder auch nicht. Die Dorfhexe lehrte es sie von Kindesbeinen an. Es waren Ziele, aber sie waren nicht wichtig. Wichtig sei es, hatte sie gesagt, wahrhaftig zu sein. Der Vulkangott, der über sie wachte, strafte jene, die sich selbst verleugneten. Nicht heute, nicht morgen, aber irgendwann. Und, so lehrte sie, die Strafe stehe nie im Verhältnis zur Tat. Mal falle sie glimpflich aus, mal fürchterlich.

»Ich habe mein Volk verloren!« schrie der kleine Krieger in den Strudel aus Farben. Das war seine Strafe, und er konnte sich nichts schrecklicheres vorstellen.

Vorläufig fiel er noch und alsbald begann er sich zu wundern. Er schaute nicht nur nach oben, sondern ließ seinen Blick wandern. Sehr schnell wurde ihm schlecht, sein Magen begehrte gegen das fortwährende Kreisen auf. Und es wurde zunehmend dunkler. Als er wieder nach oben schaute, verloren sich die Farben in einem kleinen Lichtpunkt.

Das war es also, dachte der kleine Krieger. - Aber das war es noch lange nicht. Denn just in dem Moment fing ihn etwas auf.

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Die Prophezeiung - Teil 1
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