Gesellschaft
Quadirupfer
Kein anderes Volk kennt diesen Beruf und niemand wäre wohl auf die Idee gekommen, Quadis auf diese Weise zu gebrauchen. Ein Quadi ist ähnlich dem Grumpf ein äußerst dummes Tier. Im Gegensatz zum Grumpf ist es jedoch ungenießbar und die Versuche, einen Markt für Quadifleisch aufzubauen, wurden rasch aufgegeben.

Das Bemerkenswerte an einem Quadi sind seine Schuppen, die mit schöner Regelmäßigkeit abgeworfen werden und wieder nachwachsen. Sind sie erst einmal abgeworfen, verdorren sie seltsamerweise schnell und sind unbrauchbar. Doch vor dem Abwurf gerupft, behalten sie ihre Härte und können vielfältig verwendet werden. Die einfachen Dreggen decken mit den Schuppen ihre Dächer und verkleiden ihre Bauernhäuser. Bauern und Landsknechte, Krieger zu Fuß tragen mannshohe Schilde aus Quadischuppen und sind damit auf das trefflichste gegen Pfeile, Feuer und mittelstarke Schläge geschützt.

Das Rupfen selbst ist eine eintönige Arbeit. Von Morgens bis Abends ziehen die Rupfer die obere Schicht von einem Quadi nach dem anderen ab. Die Prozedur ist für die Quadis absolut schmerzlos. Manche versierte Rupfer behaupten, sie haben Quadis zum Lachen gebracht, weil das Rupfen die Tiere kitzele. Andere sagen, die Tiere seien erleichtert, die obere Schicht nicht selbst abwerfen zu müssen. In der Tat ist nie eines der Tiere bissig geworden und hat dem Rupfer das Leben schwer gemacht.

Jedes Tier verliert während eines Vorgangs um die fünfzig Schuppen. Darauf hat es wieder vierzehn Tage Zeit, eine neue Schicht wachsen zu lassen. Zum Teil erfordert das Rupfen auch einen nicht unerheblichen Kraftaufwand, weshalb Rupfer höchstens sechzig bis siebzig Tiere pro Tag schaffen.

Es gibt nicht sehr viele Quadifarmen im Umland um den Leuchtenden Hort, doch diese haben meist einen Bestand von mehreren tausend Tieren auf ihrem Weideland. Für die meisten Quadirupfer vergehen viele Jahre, bevor sie zum Aufseher über einen Rupfertrupp aufsteigen.

Toubens GerüchteToubens Gerüchte: »Quadirupfer? Ich?! Nein, ich war niemals ein Quadirupfer. Man stirbt doch dabei vor Langeweile. Habe ich mir sagen lassen, dass man vor Langeweile stirbt. Beeindruckend sollen sie aber sein, die Herden. Tausende lilafarbener Rücken, die über die Weiden ziehen, beeindrucken. Der Anblick dieser vorbereitenden Wehrhaftigkeit muss jeden Feind abschrecken. Wehrhaftigkeit bedeutet Abschreckung. Hört sich seltsam an, ist aber so. - Naja, zuerst habe ich es auch nicht verstanden.«
Quadirupfer
Beruf: Quadirupfer
Volk: Dreggen
Nutzen: Sehr hoch.
Anzahl: Auf ungefähr 95 Farmen arbeiten jeweils 30 bis 40 Rupfer.
Organisation: Die Quadirupfer sind nicht organisiert.
Ausbildung: Die Arbeit ist nicht sehr anspruchsvoll. Die meisten haben die Vorgehensweise binnen Minuten begriffen.
Ausbreitung: Hauptsächlich in Materwall und inzwischen auch im Grenzland.
Besonderheiten: Niemand entscheidet sich bewusst dafür, ein Quadirupfer zu werden. Alle, die diesen Beruf ausüben, sind rein zufällig dazu gekommen, aber keiner hat es bereut. Eintönig ist es zweifellos, jedoch durch die sinnvolle Weiterverwendung der Schuppen trotzdem wichtig und befriedigend. Gerüchte sagen, Quadirupfer seien diejenigen, mit dem schönsten Beruf auf der ganzen Welt (neben dem Tierflüsterer). Vielleicht liegt das Glück auf dem Rücken der Quadis.
Mehr Informationen
· Volk: Dreggen
· Beruf: Tierflüsterer
· Tier: Grumpf
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