Natur
Ruhbald Angstschmied
Einst gab es eine Zeit, in der alle Völker der Welt einträchtig und furchtlos nebeneinander lebten. Zu dieser Zeit waren sie glücklich, lebten sie ohne Neid und Habgier. - Aber es kann der Glücklichste nicht in Frieden leben, wenn es den Göttern nicht gefällt!

Kolra, in jenen Tagen noch klein und unbedeutend, blickte auf die Völker und entschied, dass es an Zeit wäre, Unheil zu stiften. Wesen ohne Furcht widerten ihn an. Doch war er klug genug, nicht selbst Hand anzulegen. Heimlich, während der Nacht, als die Völker schliefen und den Himmel nicht beobachteten, lief er mit großen Schritten gen Norden, wo feuerspuckende Berge und eisige Gletscher sich trafen. Dort brach er sich einen Zahn aus dem Oberkiefer, warf ihn in den Staub, mischte Lava, Eis und Erzgestein hinzu und schuf Ruhbald Angstschmied.

Eingeschlossen in einen derben Stein überließ Kolra seiner Kreatur einige hundert Seelen, die er im Laufe der Zeit gesammelt hatte und gab ihm den Angsthammer. Ruhbald ergriff die Gaben finsteren Gemüts. Tief bohrten sich seine Finger in den Seelenstein und mühelos hob er den hammerbewehrten Arm zum ersten Schlag.

Noch bevor der Hammer traf, schrien die Seelen ihre maßlose Furcht hinaus in die Welt - bis der Kopf des Hammers traf! Kein lebendes Wesen hätte die Pein überstanden, hätte das Leid auch nur begreifen können. Ihre Angst fuhr gleich einer Pestilenz unter die Völker, schüttelte die Schlafenden, wütete in ihren Köpfen und Herzen. Mit der Angst kam der Zorn und der Hass auf alles Andersartige brandete über sie hinweg. Die längste Nacht der Welt wich dem Tage und nichts war mehr wie zuvor. Bruder erhob sich gegen Bruder, Volk gegen Volk, Land gegen Land - und die Angst beherrscht die Völker bis heute, denn Ruhbald Angstschmied schlägt den Seelenstein für alle Zeit.
 
Ruhbald Angstschmied
Mehr Informationen
· Volk: Dreggen
· Götter: Kolra
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